Donnerstag, 26. August 2010

Das Uran muss in der Erde bleiben

"Das Uran muss in der Erde bleiben" - diese Forderung passte auf alle Schilderungen der Vertreter von Indigenen Völkern aus Australien, Mali, Namibia, Niger, Indien, Kanada und der USA über die Situation in ihren Heimatländern. Etwa 100 Teilnehmer diskutierten bei der Urankonferenz "Sacred Land - Poisoned Peoples" über die Folgen des Uranbergbaus.

Besonders bewegend war die Rede von Chairman White Face, eine Sioux-Vertreterin aus South-Dakota, USA auf der gestrigen Pressekonferenz. "Mitten im Herzen der USA findet ein Genozid statt. Mein Volk stirbt an Krebs, weil unser Wasser und unsere Luft radioaktiv verseucht sind", sagte die Gründerin der Defenders of the Black Hills.

In und um die Black Hills liegen über 1.000 seit den 70er Jahren stillgelegte Uranminen. Chairman White Face nannte sie das geheime Tschernobyl der USA, da aus den offenen und zum Teil mit Wasser gefüllten alten Minen und aus den über 10.000 Bohrlöchern, die bei Explorationen bis zu 800 Fuß tief getrieben wurden, tritt Radon aus. Luft und Wasser sind radioaktiv verseucht. Bäche und Flüsse - und auch das Grundwasser - münden in den Mississipi. Damit betreffen die strahlenden Uranminen nicht nur die Bevölkerung South Dakotas, sondern große Teile der Menschen in den USA.

"Die Erde ist das Leben. Wir nennen sie ‘unci ina makoce’, das bedeutet Großmutter und Mutter Erde. Sie lebt und man darf sie nicht verletzen. Man darf nicht in sie hinein graben. Der Bergbau hat sie richtig schwer verletzt. Denn er hat Dinge freigesetzt, die nicht freigesetzt werden sollten. Es schmerzt die Luft, das Wasser, die Pflanzen, die Tiere – es schmerzt allem," so Chairman White Face.

Manuel Pino, Professor für Soziologie in Arizona, bezeichnet das Uran als die Lunge, der Erde, die Kohle als die Niere und das Öl als ihr Blut. "Lasst das Uran in der Erde", appellierten die KonferenzteilnehmerInnen von Basel aus an die Weltgemeinschaft.

Angelika Wilmen

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